Verzicht auf Feuerwerke

2022-01-09

Die Feuerwerke zu Silvester sind nun vorbei und aus Sicht vieler Menschen war die Knallerei nicht geringer als in den Vorjahren. Auch wenn die Genehmigung in Dornbirn auf die Zeit von 23:00 bis 1:00 beschränkt war, wurde munter davor schon gelärmt und gestunken. Also ist eine zeitliche Einschränkung nicht die Lösung. Die durch die Knallerei vermeldeten Verletzungen, Brände, Tierleid und Freisetzung von Schwermetallen war sicher nicht geringer als in den Jahren davor.

In der Kommunikation von unserem Obmann Franz Ströhle mit den Handelsketten hat sich erfreulicherweise etwas bewegt. Immer mehr Handelsketten verzichten auf den Verkauf von Feuerwerkskörper und stellen immer seltener ihre Außenflächen für Verkaufsstände zur Verfügung. Dies ist ein kleiner Schritt hin zur Verringerung sinnloser Geldverschwendung. Jetzt sollte sich die Politik diesen Weg unterstützen und der Lärm- und Umweltverschutzung endlich ein Ende setzen.

VN Leserbrief Franz Ströhle:

Wo kein Wille da kein Weg

Der Großbrand in Dornbirn, ausgelöst durch Pyrotechnik, die Qualen der Tiere und die in vielfacher Weise geschädigten Menschen werden wohl immer noch nicht ausreichen, damit die politisch Verantwortlichen ihre Hybris aufgeben. Zuerst die zahlreichen gefährlichen Auswirkungen der Pyrotechnik aufzulisten und sie dann doch freizugeben, ist einfach heuchlerisch. Der Spaß hört da auf, wo er auf Kosten anderer geht. Jene Händler, die sich mit steigenden Gewinnen ihres schmutzigen Geschäftes brüsten, sollten sich fragen, wo ihre Verantwortung beginnt. Das zurecht schlechte Image der Feuerwerke als ökologisch verträglich aufwerten zu wollen, ist nichts anderes als ein billiger PR- Gag. Je farbiger ein Feuerwerk seine Feinstaubpartikel in die Atemluft schleudert, um so giftiger ist es. Eine Kartonverpackung ändert daran nichts, im Gegenteil, sie ist noch ein besserer Auslöser für Brände. Menschen, die meinen, auf diesen Spaß nicht verzichten zu können, sind eigentlich arm. Es gibt so viele Möglichkeiten Spaß zu haben, seiner Freude und Lebenslust Ausdruck zu verleihen ohne etwas kaufen oder anderen schaden zu müssen. Wer ist letztlich verantwortlich für Schäden wie dem Großbrand in Dornbirn und wer haftet dafür? Ist es der Jugendliche, dem dies passiert ist, oder sind es jene, die ihm das ermöglicht haben?

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

=>Leserbrief VN Franz Ströhle

2021-12-13

Es bewegt sich doch etwas. Allgemein ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Kat.2 verboten. Feldkirch verzichtet auf eine Ausnahmegenehmigung und hält damit das Verbot aufrecht. Jetzt hoffen wir, dass sich die anderen Bügermeister*innen ein Vorbild nehmen und immer mehr vernünftige Feldkircher*innen auf ein privates Feuerwerk verzichten.

Diesem Verzicht können sich natürlich auch alle anderen vernünftigen Vorarlberger*innnen anschließen.

 

2021-12-11

Alle Jahre wieder kurz vor Jahresende mussen die Bürgermeister*innen des Landes eine Ausnahmegenehmigung für Pyrotechnik bzw. Feuerwerke zu Silvester erlassen. Alle Jahre wieder kontaktieren wir die verantwortliche Politik mit der Bitte, endlich umzudenken und im Sinne der Natur, der Tiere, der Gesundheit der Menschen und der Feinstaubentlastung zu entscheiden.

Mails von Franz Ströhle:

Sehr geehrte Damen und Herren der Abt. Umwelt und Klimaschutz, sehr geehrte Damen und Herren der Vorarlberger Landesregierung,

vorab möchte ich mich bedanken für das Infoblatt und den Apell an die BM des Landes. Darin sind einige wesentliche Aspekte über die Schädlichkeit von Pyrotechnik aufgelistet.

Unserer Meinung nach fehlen aber, oder werden nur am Rande erwähnt, wesentliche Argumente die gegen eine Verordnung der Bürgermeister*innen sprechen, die das an sich gute Pyrotechnikgesetz wieder aufheben und damit ad absurdum führen.

  • Dies sind die vulnerablen Gruppen, besonders die an Atemwegserkrankungen leidenden Menschen. Auch die Rücksichtnahme auf Kinder und ruhebedürftige Personen.
  • Die Haus und Wildtiere, die besonders und langanhaltend unter dem Lärm leiden bzw. traumatisiert werden. Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, Tieren Leid zuzufügen.
  • Ein Apell kann zwar einige Leute zum Nachdenken bringen, verhindert aber nicht, wie aus der Vergangenheit bekannt, dass eine Minderheit uneinsichtig bleibt.
  • Die zu erwartenden Unfallzahlen belasten die Krankenhäuser zusätzlich, was angesichts des überlasteten Personals aufgrund der Pandemie nicht zu verantworten ist.
  • Die Einbeziehung der Funkenzünfte fehlt gänzlich. Da braucht es ein klares Verbot zusätzlich zum Funken auch noch ein Feuerwerk zu veranstalten.
  • In Österreich erleiden jährlich 6100 Personen aufgrund der Luftverschmutzung einen frühzeitigen Tod.
  • Ein Infoblatt in den Gemeindeämtern aufzulegen, in dem dazu aufgerufen wird mit Feuerwerken „sparsam“ umzugehen, ist nicht mehr als eine nutzlose Alibihandlung. Damit werden keine Anwender erreicht.
  • Wenn man sich schon nicht dazu durchringen kann das Pyrotechnikgesetz so wie es besteht, ohne Ausnahmen zur Anwendung zu bringen, sollte der Apell an die Bürgermeister*innen deutlich so formuliert sein, dass eine Ausnahmeregelung aus genannten Gründen nicht zu verantworten ist, und auch in Anbetracht des ausgerufenen Klimanotstandes nicht mehr zeitgemäß ist.
  • Es gibt immer mehr Handelsketten die den Widerspruch zu ihrer Firmenphilosophie erkannt haben, wenn sie weiter Pyrotechnik verkaufen und deshalb bewusst darauf verzichten. Diese gilt es im Sinne einer positiven Verstärkung auszuzeichnen. (siehe Anhang)
  • Eine Landesregierung bzw. die Umweltabteilung kann deshalb mutiger sein, denn es ist nur eine kleine Minderheit die in dieser Sache uneinsichtig ist. Dazu gehört aber auch die konsequente Ahndung bei Verstößen. Eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Anwendung von Pyrotechnik. Auch aus diesem Grund können die Verantwortlichen nur gewinnen.
  • Auch hier gilt: Meine Freiheit hört da auf, wo die Freiheit der anderen beeinträchtigt wird. Auf das Atmen können wir nicht verzichten, sehr wohl aber auf Feuerwerke!

Mit freundlichem Gruß

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg

 

Sehr geehrte Frau BM Kaufmann,  Herr BM Sutterlüty, Herr BM Loacker, Sehr geehrte Damen und Herren,

wie aus dem VN Artikel ersichtlich, wollen Sie, Frau BM Kaufmann, wiederum eine Ausnahmegenehmigung für Pyrotechnik bzw. Feuerwerke zu Silvester erlassen.

Dies mit Tradition zu begründen, halten wir für ein schwaches Argument, wenn eine ernsthafte Abwägung erfolgt. Die von Frau Benedikt angesprochene Überlastung der Krankenhäuser durch Corona auch noch durch die zu erwartenden Unfälle durch Pyrotechnik zu verschärfen, ist nur ein Aspekt des Ganzen. Ich hoffe, Sie stimmen mit mir überein, dass das ohnehin überlastete KH Personal nicht noch mehr an die Grenzen gebracht werden darf, wenn dies vermeidbar ist.

Die 6100 Personen, die in Österreich alljährlich frühzeitig durch Feinstaubbelastung sterben, kann man auch nicht außer Acht lassen, wenn man weiß, dass diese Belastung zum Jahreswechsel und am Funkensonntag Spitzenwerte mit hochgiftigen Emissionen erreicht. Die dauerhafte Belastung des Bodens und der Gewässer, der Schutz der Tiere und nicht zuletzt der Menschen sollte Grund genug sein, diese zweifelhafte „Tradition“ hinter sich zu lassen. Ein weiterer Aspekt ist der Widerspruch, wenn einerseits zur Flurreinigung aufgerufen wird und andererseits ein Littering-Problem mit sehr problematischen Rückständen durch Pyrotechnik entsteht, deren Beseitigung (soweit überhaupt möglich) hohe Kosten verursacht.

Klar ist auch, dass eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aus genannten Gründen und aus Rücksicht gegenüber Menschen, Tieren und aus Naturschutzgründen Pyrotechnik ablehnt.

Es gibt schon viele Handelsketten, die den Verkauf von Pyrotechnik entweder schon eingestellt haben und auch zukünftig darauf verzichten.

„Es kommt jetzt auf alle an“, die sich bewusst sind, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die Freiheit und Lebensqualität anderer beeinträchtigt wird, nicht nur bei einer Pandemie…

Als Gemeindeverbandspräsidium bitte ich Sie um eine Rückmeldung, welche Gemeinden bereit sind, auf eine Ausnahmeverordnung vom an sich sehr guten Pyrotechnikgesetz zu verzichten. Wir werden uns bemühen, diese Vorbilder Medial „vor den Vorhang“ zu holen.

Dass dies nicht zu exekutieren ist, wie im Artikel erwähnt, wäre eine komplette Bankrotterklärung gegenüber jeder Gesetzeslage. Aktive Aufklärung und eine gezielte Werbekampagne für ein freudvolles Feiern ohne andere und die Natur zu schädigen, könnte ein Umdenken auch bei den meisten Pyrotechnik-Fans bewirken.

Mit der Bitte um Rückmeldung bzw. Stellungnahme

 

Mit freundlichen Grüßen

Franz Ströhle, 1. Vorsitzender des Alpenschutzvereines für Vorarlberg

 

Was können wir tun, wenn die Politik auf unsere Forderungen nicht reagiert?

Wir können damit beginnen, auf Feuerwerke zu verzichten und andere davon überzeugen. Setzen wir den ersten Schritt.

=> Infoblatt Feuerwerke VLR