„Tage der Utopie“ Veranstaltungsempfehlungen

Wenn wir über Klimawandel und Biodiversität diskutieren, dann befassen wir uns zuerst mal mit der Entwicklung in der Vergangenheit. Doch genauso wichtig ist der Blick in die Zukunft und die Beschäftigung mit Utopien, Ideen und Lösungsansätzen. Wir sind überzeugt, dass Nichtstun ganz sicher der falsche Weg ist. Die anschließend empfohlenen Veranstaltungen regen sicher zum Nachdenken und Handeln an.

Link zum Programm

Das Ende vom Ende der Artenvielfalt  Eine Rückschau auf das Jahr 2062

Vortrag und Musik   Dienstag, 27. April, 17.00 Uhr, online per Live-Stream und auf der Kulturbühne AMBACH Götzis

Der größte Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier ist gerade im Gange. Der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht sieht eine weltweite Tragödie auf uns zukommen. Der Mensch ist heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen gefährdet. Mit der Zerstörung der Lebensgrundlage vieler großer Säugetiere und dem globalen Vogel- und Insektensterben ist auch die Existenz des Menschen gefährdet. Mit seinem Band »Das Ende der Evolution« hat Matthias Glaubrecht eine ebenso umfassende wie beklemmende Analyse zur Vernichtung der Arten vorgelegt.

In einem utopischen Bericht aus der Zukunft mit Blick auf das Jahr 2062 schildert der Wissenschaftler konkrete Maßnahmen, wie die Menschheit die Wende in unserer Zeit heute gerade noch schaffte. Ob das Ende der Evolution, das spätestens ab Mitte des 21. Jahrhunderts ein realistisches Szenario zu werden droht, noch aufzuhalten sein wird, darüber wird allein unser Tun in den unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnten entscheiden.

Matthias Glaubrecht leitet als Evolutionsbiologe und Professor für Biodiversität das Centrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg. Er forscht über evolutionäre Systematik, historische Biogeographie, Morphologie und die Wissenschaftsgeschichte der Biologie. Matthias Glaubrecht ist als Wissenschaftsjournalist für Zeitungen und Zeitschriften wie DIE ZEIT, der Tagesspiegel oder die Frankfurter Rundschau tätig.

Einführung: Anette Herburger, Teamleitung Forschung, inatura


Strategien des Wandels – Neue Wege vom Wissen zum Tun

Vortrag und Musik   Samstag, 1. Mai, 17.00 Uhr, online per Live-Stream und auf der Kulturbühne AMBACH Götzis

Inmitten einer scheinbar hoffnungslosen Lage zeigt Nora Wilhelm neue Wege auf, um sich so komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der wachsenden ökonomischen Ungleichheit zu stellen. Die 28-jährige Schweizerin beschäftigt sich systematisch mit dem »Wie« des Wandels. Dabei verlegt sie den Fokus auf das Potential systemischer Wahrnehmung. Weg von Symptombekämpfungen und weg vom Hinterherrennen vermeintlicher technischer Lösungen, hin zur Frage nach unseren persönlichen Haltungen und Annahmen.

Nora Wilhelm thematisiert die Mechanismen der Macht, zeigt, welche Blockaden wir für wirksames Handeln überwinden müssen und wie wir alle zu Agenten des Wandels werden. Ihren Zugang illustriert sie am konkreten Beispiel des Social Innovation Lab und anderer Aktivitäten der von ihr mitgegründeten Initiative »collaboratio helvetica« für einen Systemwandel in der Schweiz.

Nora Wilhelm wurde von der Unesco für ihre Arbeit als »Young Leader« ausgezeichnet und von der Zeitschrift »annabelle« zu einer von 80 Schweizermacherinnen ernannt. Sie war TEDx Speakerin und eröffnete die ETH-Ringvorlesung zur Agenda 2030. Von 2014–2016 leitete sie das Europäische Jugendparlament für die Schweiz. Sie studierte Internationale Beziehungen und absolviert derzeit einen berufsbegleitenden Masterstudienlehrgang zu Sozialer Innovation an der Universität Cambridge.

Einführung: Christof Drexel, Obmann von KlimaVOR!, Verein zur Erreichung der Klimaneutralität des Bundeslandes Vorarlberg