Speicherteich Schwarzköpfle

2022-10-19

Skigebiet Schwarzköpfle

Es war uns immer klar, dass die SiMo (Silvretta-Montafon) ihre Pläne für die Beschneiung ihres Skigebietes Silvretta Nova nicht aufgeben werden. Die Klimaerwärmung (oder Klimakatastrophe) schreitet voran und bedroht die Schneesicherheit in allen Skigebieten bis hinauf in die Gletscherskigebiete. Es ist nun aus wirtschaftlichen Gründen verständlich, dass sie zur Sicherung ihres Betriebes Speicherteiche benötigen.

In einem Informationstreffen mit den Vorarlberger Naturschutzorganisationen haben sie nun den Start für ihre Suche von geeigneten Standorten für Speicherteiche angekündigt. Dabei geht es um mehrere Standorte, die geologisch in Frage kommen. In einer Begehung mit Vertreter*innen der Naturschutzorganisationen vor Ort am 13.10.2022, wurden die Für und Wider der möglichen Standorte abgewogen.

Der AlpenSchutzVerein hat sich an dieser Begehung nicht beteiligt. Wir wollen damit nicht die Pläne im vorhinein ablehnen. Wir weigern uns aber an diesem „Auswahlprozess“ teilzunehmen, um damit nicht vorzeitig unsere Zustimmung für den Bau von Speicherteichen indirekt zu signalisieren. Vielmehr wäre es uns wichtig, zuerst eine grundlegende Diskussion über die Sinnhaftigkeit für weitere Investitionen in Skigebiete im Lichte der Klimaerwärmung und des Lanschaftsverbrauches zu führen. Wenn wir das überwiegende öffentliche Interesse in Form einer Studie des Meinungsinstituts Dr. Berndt im Auftrag der VN als Gradmesser verwenden, dann dürfte es keinen weiteren Ausbau der Skigebiete mehr geben. Denn es sprachen sich landesweit nur 12% der Befragten klar für weitere Ausbauten aus, 35 % für „Belassen wie jetzt“ und 44 % für weitere Einschränkungen.

Anerkennend wollen wir bemerken, dass bei allen Plänen die nachhaltige Energieerzeugung inzwischen ein wensentlicher Punkt ist. Auch wenn wir die Pläne für die Aufstellung von Windrädern im Skigebiet kritsich sehen. Für alle diese Aktivitäten gilt jedoch, dass die vielen Vor- und Nachteile weiterhin diskutiert werden müssen.

2020-07-22

Das Tourismusunternehmen SiMo (Silvretta-Montafon) hat ihren Antrag zum Speicherteich Schwarzköpfle zurückgezogen !

Brauchen sie ihn plötzlich nicht mehr, oder gibt es andere Beweggründe ?

Es ist nicht das erste Mal, dass sie ihr Projekt zurückziehen. Jedesmal, wenn ein UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) droht, ziehen sie zurück, verkleinern das Projekt oder aber sie stoppen es vorläufig. Diesmal hat der Richter des BVwG sein persönliches Erscheinen angekündigt und im voraus angedeutet, dass er das Verfahren entsprechend der UVP-Richtlinie der EU prüfen wird.

Leider hat er durch den Rückzug des Projektes durch die Projektbetreiber kein Urteil gefällt. Dies wäre aber für uns Naturschutzorganistionen sehr wichtig gewesen, denn nach dem nationalen UVP-Gesetz ist ein Speicherteich nicht Teil eines Skigebietes. Die UVP-Richtlinie sieht dies jedoch anders. Somit hätte ein Urteil in unserem Sinne die Gesetzgebung in ganz Österreich positiv beeinflusst. Im Tiroler Stubaital gibt es noch ein ähnliches Verfahren, das bei einem ähnlichen Sachverhalt eine richterliche Entscheidung in unserem Sinne ermöglicht, die dann für alle Speicherteiche in Österreich gelten würde.

Zum Glück sieht Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) Mängel im Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung. Hintergrund der Kritik: Die entsprechende Richtlinie der Europäischen Union gilt als strenger als das österreichische UVP-Gesetz. Es ist an der Zeit, Rechtssicherheit zu schaffen und das Gesetz rasch zu novellieren.

Wir werden dies weiter beobachten und wachsam bleiben, damit die Landschaft so bleibt wie sie ist.

Petition gegen einen Speichersee beim Schwarzköpfle (c)openPetition