Schützt die obere Lutz

die obere Lutz Bild: Franz Ströhle

2023-01-18

Die Lutz ist der Hauptfluss des Großwalsertales, sie hat ein Einzugsgebiet von ca. 180 kmund mündet nach rund 30 km in den Rhein. Zwischen ihrem Ursprung und dem Speicher Raggal, wo sie (zur Zeit noch) zum ersten Mal gestaut wird, ist sie als Kernzone des Biosphärenparks Großes Walsertal ausgewiesen und damit streng geschützt. In den ausgewiesenen Kernzonen sollen sich Ökosysteme ohne menschlichen Einfluss entfalten können. Der Oberlauf der Lutz steht ganz im Zeichen des Fließgewässerschutzes. Hier ist die Lutz noch ein naturnaher Gebirgsfluss mit all seiner Vielfalt und seine vielen Gesichtern. Abwechslungsreich, von tosenden Schluchten (wie etwa der Kessi-Schlucht) bis hin zu ruhig dahinfließenden Abschnitten, in denen sie in breiten Schotterbänken noch ein wenig mäandrieren darf. Begleitet wird sie dort von artenreichen Auwäldern, die in anderen Landesteilen immer seltener werden. Die obere Lutz – vom Ursprung bis nach Garsella – wird darum von ihren Bewunderern auch liebevoll der „kleine Lech“ genannt.

Die große Gefahr

Für den Vorstand des AlpenSchutzVereins war daher die Information, dass ein Unternehmen aus Sonntag in Zusammenarbeit mit der VKW genau an diesem Naturjwel ein Kraftwerk plant, erstmal ein Schock. Natürlich wurde von uns ein Kraftwerksprojekt gleich mit einem Staudamm – wie am Unterlauf der Lutz – in Verbindung gebracht. Nach einem ersten Treffen mit 2 Personen von der Illwerke/VKW verflüchtigte sich die Angst vor einem Staudamm. Doch allein die Tatsache, dass dieses Naturjuwel durch Ableitung von Wasser über eine Rohrleitung zum geplanten Kraftwerk an der Stauwurzel des Speichers Raggal zu einer Restwasserstrecke degradiert wird, können und wollen wir uns nicht vorstellen. Dieser Plan zeigt wieder einmal sehr eindrücklich, dass für die wachstumsorientierte, kapitalistische Marktwirtschaft und deren Pofit die letzten natürlichen Fließgewässer geopfert werden sollen.

Was tun?

Unser erster Gedanke war, mit einem Fotoprojekt die Schönheit dieses Flussabschnittes zu dokumentieren. Wir müssen die Menschen in unserem Ländle aufrütteln. Wir müssen gemeinsam aufzeigen, dass wir uns nicht die letzten Naturjuwele zerstören lassen. Natürlich habe wir sofort auch Kontakt mit den Freunden der Lutz aufgenommen. Gemeinsam kontaktierten wir dann den Naturfilmer Philipp Salzgeber und haben uns gemeinsam den betroffenen Flussabschnitt angesehen und dokumentiert. Philipp hat dann mit viel Engagement einen Kurzfilm dazu gemacht und auf Youtube veröffentlicht.

>>https://youtu.be/MOPjbl3qnmY

 

Zum Weiterlesen:

Flüsse in Österreich- die letzten Wilden