Photovoltaik und Windkraft im Gebirge?

2022-12-02

Die Analyse des Potemtials der Windkraft in unserem Ländle scheint nicht so leicht zu sein wie vermutet. Die Studie, welche an „Ennergiewerkstatt – Technisches Büro für erneuerbare Energie“ mit Sitz in Oberöstereich vergeben wurde, braucht nun doch etwas länger als geplant. Wir sind schon gespannt auf die Ergebnisse. In welchen Bereichen gibt es genug laminaren Wind an ausreichend vielen Tagen? Wie groß müssen die Windräder sein (250m?), um das vorhandene Windpotential wirtschaftlich zu nutzen? Was sagt der Tourismus dazu, der jedes Jahr wieder unsere schöne Landschaft als ihr Grundkapital sehen? Wie sieht es mit dem Potential bei Photovoltaik aus?

VN Artikel

2022-11-05

Nun beschäftigen sich auch die Illwerke mit dem Thema Windkraft. Auch sie sehen keine absolute Dringlichkeit für Windräder auf unseren Bergen. Landeshauptmann Wallner hat die Prioritäten auf den Punkt gebracht. Erste Priorität hat die Wasserkraft, dann kommt die Photovoltaik und dann erst die Windkraft. Solange wir das hohe Potential von Photovoltaikanlagen nicht ausgeschöpft haben, sollten wir unsere Berge nicht mit Windrädern verschandeln.

Dazu der Leserbrief vom Obmann Franz Ströhle:

Absage an die Windkraft

Dass die Energiemanager der illwerke vkw der Windenergie in Vorarlberg eine klare Absage erteilen (VN 3. 11. 22), können wir vom Alpenschutzverein gut nachvollziehen. Dafür gibt es Regionen mit besseren Voraussetzungen. Wir stimmen auch vollkommen zu, wenn gefordert wird, stattdessen das Potential der Solarenergie zu forcieren. Dieses Potential wirksam zu fördern wurde in der Vergangenheit und wird immer noch sträflich vernachlässigt, was uns heute auf den Kopf fällt. Geeignete Dächer und z.B. die Flächen der Lärmschutzwände an Straßen für PV- Anlagen zu nutzen ist naheliegender, als Windräder im Alpinen Raum mit allen negativen Begleiterscheinungen aufzustellen. Das größte Potential, die Energieeinsparung, liegt aber immer noch brach. Gesprochen wird viel darüber, aber es gibt kaum konkrete Maßnahmen dazu. Was die Wasserkraft anlangt, gibt es sicher noch Optimierungspotential bestehender Anlagen in ökonomischer und ökologischer Sicht. Die Wasserkraft aber generell als saubere Energie darzustellen, ist pure Propaganda. Die Gewässerkarten von Vorarlberg entlarven dies als gerne erzähltes Märchen. Die Vorgaben der EU- Wasserrahmenrichtlinie werden für energetisch genutzten Gewässer weit verfehlt. Dem Ansinnen der Energiemanager, die noch letzten intakten Gewässer in Vorarlberg dem unstillbaren Energiehunger dieser Konsumgesellschaft zu opfern, dem erteilen wir eine klare Absage!

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

 

2022-09-17

Aktuell beschäftigt sich der AlpenSchutzVerein mit dem Thema Energiewende und Energieautonomie. Dabei haben wir festgestellt, dass dieses Thema immer mehr zu einer Diskussion „Enegiewende versus Naturschutz“ wird. Als Naturschutzorganisation liegen uns selbstverständlich beide Themen sehr am Herzen. Es darf daher nicht zu einem Gegeneinander kommen. Ziel muss es sein, beide Themen unter ein gemeinsames Dach zu bekommen. Daher braucht es ein rücksichtsvolles Miteinander um beide Ziele miteinander zu vereinbaren. Daraus ergibt sich dir heikle Frage: „Wie viel Naturzerstörung müssen wir im Namen der Energiewende hinnehmen?“

Wenn von einigen Interessenten die Energiewende ohne Rücksicht auf die Auswirkungen auf die Natur das alleinige wirtschaftliche Interesse in den Vordergrund gestellt wird, dann braucht es unser kritisches Engagement. Sollte der Ausbau der alternativen Energieformen unter dem Gesichtspunkt des ewigen Wachstums bis in die letzten unberührten Landschaftskammern vorangetrieben werden, dann müssen wir wieder einmal recht laut sagen: „al langat“. Wenn wir unsere Art zu leben nur mit der weiteren Zerstörung der Natur erkaufen können, dann müssen wir unseren Lebensstiel ändern und der Bescheidenheit wieder mehr Platz einberaumen.

Aktuelle Entwicklung

Speicherteichbaustelle Gargellen Bild: Dagmar Sottopietra

Als Beispiel für einen Weg, den wir für falsch erachten, ist in folgendem Artikel im ORF Tirol zu sehen. PV-Anlagen im freien Gelände im Hochgebirge und dann vielleicht auch noch Windräder auf gut sichtbaren Kammlagen können nicht im Sinne der angestrebten Belebung des Sommertourismus sein. Schon gar nicht im Sinne des Natur- und Landschaftschutzes.

https://orf.at/stories/3284362/

Diese Entwicklung gibt es nicht nur im Tourismusland Tirol, sondern sicher auch in Vorarlberg. Dann können wir als Naturgenießer bei unseren Wanderungen nicht nur die Liftanlagen, die Beschneiungseinrichtungen, die Lichtmasten in Zürs, die künstlichen Speicherteiche und deren jählichen Baustellen, die Windräder, die LKW-tauglichen Straßen, die PV-Anlagen, u.v.a.m. bewundern. Vielleicht gibt es dann in Zukunft nicht nur Geologie- und Waldlehrpfade, sondern auch Industrielehrpfade bis in die höchsten Gletscherregionen.