Pfandsystem überfällig (Medienaussendung)

„Abgesehen davon, dass uns die VN wieder als Alpenverein titulieren, finde ich schon interessant, was von unserer Presseaussendung nicht gebracht wurde. Eine Kritik gegenüber der Wirtschaft oder Firmen kann sich die VN offenbar nicht leisten, auch wenn diese von einer Naturschutzorganisation kommt.“ resümiert Franz Ströhle. Doch macht euch selbst ein Bild. Folgend die Medienaussendung und zum Vergleich im Bild die Meldung der VN.

Medien Aussendung

Pfandsystem überfällig!

Der Alpenschutzverein für Vorarlberg befürwortet und fordert die rasche und konsequente Einführung des vom Umweltministerium geplanten 3-Punkte-Planes gegen die Plastikflut.
Aus Anlass seines nunmehr fünfzigjährigen Bestehens appelliert der Alpenschutzverein wiederholt an die Politik, alle wirksamen Maßnahmen, die geeignet sind, den Müll erst gar nicht in die Natur gelangen zu lassen, nun endlich umzusetzen. Dazu gehört die Einführung eines funktionierenden Pfandsystems auf Einweggebinde.
Mit der „Aktion saubere Alpen saubere Gewässer“ engagiert sich der Alpenschutzverein seit seinem Bestehen neben seinen vielfältigen anderen Naturschutzaufgaben gegen die Vermüllung. Die Bilanzen machen deutlich, dass immer noch viel zu viel Abfall in der Natur landet.
Der Alpenschutzverein stellt alljährlich Studenten an, die im Rahmen dieser Aktion beträchtliche Müllmengen einsammeln. Der sichtbare Abfall, großteils Plastik, ist aber nur die Spitze des Eisberges. Unzählige Tiere an Land und in den Gewässern kommen durch diesen Müll um oder werden krank. Sehr problematisch sind Kunststoffe, die sich in der Erde und in den Gewässern unsichtbar zu Micropartikeln zersetzen und schleichend das ganze Ökosystem belasten. Über die Nahrungskette werden Pflanzen, Tiere und schließlich auch wir Menschen mit Giften kontaminiert.
Eine weitere Problematik machen Enthüllungen von exportiertem Plastik sichtbar. Auch österreichische Firmen sind in diese schmutzigen Geschäfte involviert, wie die Lieferung belasteten Granulates nach Malaysia sichtbar gemacht hat. Seit Asien den Müllexport teilweise unterbindet, entwickelt sich die Türkei, die nicht einmal imstande ist, den eigenen Abfall zu verwalten, zur neuen Müllkippe Europas. (siehe Beilage)
In Anbetracht dieser Fakten ist es schändlich und unakzeptabel, wenn österreichische Vertreter von Wirtschaft und Handel die Einführung dieses 3- Punkte-Planes verhindern wollen, statt ihre Verantwortung durch eine konstruktive und unterstützende Haltung wahrzunehmen.
Statt nur die Symptome zu bekämpfen, ist es sicher zielführender, beim Verursacherprinzip anzusetzen, wie es der 3-Punkte-Plan vorsieht.