Kommentare zum Pfandsystem

VN-Leserbrief 2020-10-14

Pfandsystem ist überfällig

Dass die Wirtschaftskammer es notwendig hat, falsche Zahlen für ihren Widerstand gegen ein Pfandsystem für Einweg-Plastik und Alugebinde anzugeben (VN Artikel „Plastikpfand bleibt ein Streitthema“, Mo. 7. Okt. 2020), ist nicht nur skandalös, es zeigt auch, wie schwach deren Argumente sind. Die Bilanz des Alpenschutzvereines, bzw. Verbandes der „Aktion saubere Alpen saubere Gewässer“ zeigt, dass dieser Müll immer noch zu einem beträchtlichen Teil in der Natur landet. Ob die Sammelquote nun 75 Prozent, wie vom Gemeindeverband angegeben, oder 95 Prozent, wie von der WKÖ behauptet, beträgt, ändert nichts an dieser Tatsache. Warum ein Pfandsystem, das in vielen Ländern erfolgreich ist und Littering wirksam eindämmt, in Österreich nicht sinnvoll sein soll, wie die WKÖ behauptet, ist an den Haaren herbeigezogen. Das geplante drei Punkte Programm des Umweltministeriums als Lenkungsinstrument setzt auch beim Verursacherprinzip als Voraussetzung für ein nachhaltiges Abfallwirtschaftssystem an. Nachhaltigkeit wird von der Wirtschaft gerne zur „Imagepflege“ bemüht. In diesem Fall besteht dieses Bekenntnis nur aus hohlen Worten. Die alljährlich anfallenden hohen Kosten für die Gemeinden, die drohenden EU-Strafzahlungen bei nicht Erreichung der Sammelquote und nicht zuletzt die Auswirkungen auf Klima und Natur verlangen jetzt eine konsequente Umsetzung des drei Punkte Plans gegen die Plastikflut.   https://VN.AT/sukr8m

Artikel in der VN 2020-10-07

 

Franz Ströhle
Alpenschutzverein für Vorarlberg

 

 

VN-Leserbrief 2020-09-15

Ja zum Flaschenpfand!

Österreich ist nicht nur das Land der Berge und Äcker, sondern auch das Land der vermüllten Straßenränder. Im Zuge einer mehrtägigen Radtour Mitte August durch den Süden Deutschlands konnten wir uns ein Bild von den positiven Effekten eines Flaschenpfandes machen. Lediglich eine PET-Flasche und eine Getränkedose streiften unsere Blicke. Beim Grenzübertritt nach Vorarlberg dann das schlimme Erwachen. Getränkedosen und Plastikflaschen in größerer Zahl nicht nur an den Autostraßen, sondern auch entlang der Radwege. Wer angesichts dieser alltäglichen Vermüllungsexzesse Einwegflaschen weiterhin das Wort redet, dem dürfte eine nachhaltige Umgestaltung der Wirtschaft wohl ziemlich egal sein. Neben den positiven Umwelteffekten weisen Pfandflaschen eine bessere Ökobilanz auf (Energieeinsparung, weniger Rohstoffverbrauch, Müllvermeidung) und entlasten darüber hinaus die Gemeindebudgets. Im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung und dem Gemeinwohl verpflichteten Politik sollte daher die Initiative von Bundesministerin Gewessler von allen Parteien mitgetragen werden und so rasch als möglich Gesetzesstatus erhalten!

Markus Petter
Alpenschutzverein für Vorarlberg

 

VN-Leserbrief 2020-06-05

Es ist schon lange überfällig, dass Bewegung in Richtung Einführung eines Pfandsystems auf Einweggebinde kommt. Dass es wirksamer ist, bei den Ursachen anzusetzen statt die Symptome zu bekämpfen, ist erwiesen. Da könnte schon viel früher angesetzt werden. Wenn es derzeit realpolitisch schon unvermeidlich scheint, Getränke in Plastik oder Alugebinde abzufüllen, ist mir ein Pfandsystem lieber, als diesen Müll von Zuckerwassertrinkern achtlos in die Natur „entsorgen“ zu lassen. Dass die ARA gerne weiter bei der Symptombekämpfung bleiben würde, erklärt sich von selbst. Dass aber Herr Kopf (usm subera Ländle) als Sprecher der Wirtschaftskammer voll auf der Bremse steht, ist beschämend und unverständlich. Müll in der Landschaft ist ja nicht nur eine optische Sauerei. Mit hohem Aufwand und Kosten kann nur ein Teil davon wieder eingesammelt werden. Der Rest kontaminiert Böden und Gewässer und gelangt über die Nahrungskette als Mikropartikel in unseren Organismus. Dass Gesundheit ein sehr hohes Gut ist, sollte gerade in der letzten Zeit deutlich geworden sein. Deshalb wäre es für die Vertreter(innen) von Wirtschaft und Handel ratsam, sich ihrer besonderen Verantwortung, zu stellen.

Franz Ströhle
Obmann Alpenschutzverein für Vorarlberg