Neues bei Neustädter, 1. Oktober

Titel der Sendung: „Der Bergsommer 2020 und der nächste 2021 – Gast Martin Burger, Bergrettung Vorarlberg“

Eine kurze Zusammenfassung von Erich Zucalli.

Franz Ströhle, Obmann des ASV hat sich mit einer Emailnachricht in die Sendung eingebracht, die Matthias Neustädter in der Sendung vorgelesen hat:

„Mit der Corona-Pandemie wurde klar, dass die Störanfälligkeit des Massentourismus sehr groß ist und an einem seidenen Faden hängt. Mit Corona war die Hoffnung verbunden, dass endlich ein Umdenken hin zu einem Qualitätstourismus stattfindet. Es werden leider gerade aktuell Millionen Fördergelder stillschweigend in Projekte investiert (Beispiel Skiarena Zürs und Beschneiungsspeicher Gargellen), die wieder das eigentliche Kapital eines Qualitätstourismus, eine Intakte Natur und Landschaft, zerstören und noch mehr Massen und Verkehr anziehen. Von einem Paradigmenwechsel sind wir weit entfernt, das traurige Fazit: nichts gelernt!“

Von Matthias darauf angesprochen, antwortete Martin Burger: „Irgendwie kann ich dem zustimmen. Ich habe auch gehofft, ein Paradigmenwechsel tritt ein. Aber so richtig erkennen konnte ich es nicht.  ………  Wahrscheinlich stirbt die Menschheit an ihrer eigenen Blödheit irgend wann mal aus.“

Matthias Neustädter: „Andreas Tomann von der Aktion saubere Alpen. Dieses Jahr bereits das 6. mal unterwegs gewesen, die Alpen vom Müll zu befreien. Insgesamt haben Andreas Tomann und seine Kollegen 18.000 l Abfall gesammelt. Vom Bodensee bis zum Piz Buin.“

Andreas Tomann: „Die Müllmenge war etwa gleich wie die Jahre zuvor. Im alpinen Bereich gab es weiniger Müll. In den Naherholungsgebieten ist viel Müll zusammengekommen. Meist sind es nur wenige, die nicht darauf achten. Damit wird ein Bild vermittelt, dass sich keiner darum kümmert.“

Andreas Tomann von Matthias auf die Bielerhöhe angesprochen:

„Diesen Sommer waren wir negativ überrascht, wieviele Papiertaschentücher, Feuchtetücher und andere Hygieneartikel in diesem Gebiet zusammen gekommen sind. Es waren fast 2 volle Müllsäcke. Auf dem Rundwanderweg rund um den Stausee ist aufgrund der guten Erreichbarkeit ein anderes Publikum unterwegs als auf Wanderwegen, die einige Stunden bis zum Ziel benötigen.“

Fazit auf die Frage von Matthias:

„Die Menschen, die gerne in die Berge gehen, bepacken den Rucksack auch bewusst (Trinkklasche, Jausenbox, etc.). Die achten dann auch wirklich darauf, dass nichts zurück bleibt. Hingegen die Ausflugsgäste erwarten sich alle 100m einen Müllkübel.“

Das Thema Abfälle in den Bergen war bei den Hörermeldungen sehr präsent. Auch dies war für den Alpenschutzverein für Vorarlberg wieder eine Bestätigung, dass unsere Arbeit wichtig ist und von der Bevölkerung Wert geschätzt wird.

Müll auf der Bieler Höhe gesammelt