Nature-Studie: Unnötige Querbauwerke zerstören Europas Flussökologie

2020-12-18

Laut einer neuen „Nature“-Studie liegt die Zahl der schädlichen Querbauwerke, die Europas Flussökologie belasten, mit über einer Million weit höher als bisher angenommen. Die Studienautoren des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei fordern daher, dass „kleine Wasserkraftwerke, die kaum zur Energiewende beitragen, zurückgebaut werden“. Der Abbau veralteter Querbauwerke würde wertvollen Lebensraum in unseren Flüssen schaffen und könnte den früheren Fischreichtum wiederherstellen. Hingegen müssen neue Wasserkraftwerke in Schutzgebieten und in den letzten intakten Flussstrecken tabu sein.

Laut Umweltministerium gibt es in Österreich rund 28.700 Flussbarrieren. Von etwa 32.000 Flusskilometern können nur noch 5.500 Kilometer frei fließen. Mit bereits über 5.200 Wasserkraftwerken sowie Plänen für hunderte neue Anlagen ist der hohe Ausbaugrad der Wasserkraft ein massives Problem für die Gewässerökologie. Mit den Plänen zur Erreichung der CO2-Neutralität werden kleine Wasserkraftwerke weiterhin mit öffentlichen Geldern gefördert. obwohl sie keine bedeutenden Beitrag leisten.

Wir fordern eine zügige Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Maßnahmen zur Erreichung eines guten ökologischen Zustandes unserer Fleißgewässer fordert. Wir unterstützen auch all jene Organisationen und Bürgerbewegungen, die sich für den Erhalt der letzten freifließenden Flüsse in Österreich engagieren. Die Politik ist gefordert, das öffentliche Interesse der Bürger umzusetzen. Dieses öfentliche Interesse geht aus einer WWF-Umfrage deutlich hervor: „Zweidrittelmehrheit gegen Wasserkraft in Schutzgebieten“

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