Nachdenkpause für die Landesgrünzone

2021-06-08

Die Allianz für Bodenschutz (der AlpenSchutzVerein ist Mitglied) befürchtet dramatisch falsche Entwicklungen zur Landesgrünzone und wendet sich in einem offenen Brief an die Landesregierung. Die mögliche Genehmigung für Neuansiedlungen im Neugut in Ludesch käme einem Dammbruch gleich. Eine Nachdenkpause zur Landesgrünzone ist laut den Mitgliedern des Bodenschutz-Bündnisses wichtiger denn je.

Aktuelle Entwicklungen lassen Dammbruch befürchten
Die Größenordnung und Geschwindigkeit mit der die letzten Jahre Flächen aus der Landesgrünzone für Betriebe entnommen wurden, wurde von vielen Seiten mehrfach kritisiert. Zumeist handelte es sich um Erweiterungen von Betrieben, die an die Grünzone angrenzen. Nun sollen laut Medienberichten in Ludesch auch Neuansiedlungen diskutiert werden.

Allianz erneuert Forderung nach einer Nachdenkpause zur Grünzone
Um die Landesgrünzone zu sichern, sollten Flächen aus der Grünzone nur im Ausnahmefall und auf Basis eindeutiger Regeln für die Kompensation herausgenommen werden.

Organisationen nehmen Regierung beim Wort
Die Landesregierung hat sich mit dem Raumbild 2030 die Ziele gesetzt mit Grund und Boden sorgsam und haushälterisch umzugehen und die Landesgrünzone in ihrem Zusammenhang und ihrer Größe zu erhalten und in ihrer Qualität zu stärken. „Wir fordern die Landesregierung erneut auf, Flächenentnahmen aus der Landesgrünzone mit sofortiger Wirkung auszusetzen, bis der erste Raumbericht vorliegt.“ In diesem Zeitraum sollen die nachfolgenden Maßnahmen umgesetzt und breit kommuniziert werden, die die Landesregierung selbst als „Handlungen oberster Priorität“ bezeichnet hat:

  • Festlegung von Regeln durch die Landesregierung für die – in Ausnahmefällen erforderliche – Herausnahme von Flächen aus der Landesgrünzone und für deren flächenmäßigen und/oder qualitativen Ausgleich
  •  Erarbeitung von (regionalen) Landschaftsentwicklungskonzepten mit Schwerpunktgebieten und Schwerpunktnutzungen, zum Beispiel in der Landesgrünzone; dies betrifft unter anderem Vorrangflächen für Landwirtschaft (Bodenqualität), ökologisch bedeutsame Gebiete, Biotopvernetzung und Wildtierkorridore sowie Frei- und Grünräume für die Naherholung
  • stärkere Berücksichtigung der Bodenbonität bei Interessensabwägungen

Boden ist eine nicht erneuerbare Ressource. Ein aus unserer Sicht wichtiger Ansatz für einen in der Tat sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit der Landesgrünzone ist die Flächenentsiegelung: Für jede zum Zweck der Verbauung entnommene Fläche ist eine gleichwertige Flächenkompensation in Form einer Entsiegelung und Revitalisierung einer bereits versiegelten Fläche vorzunehmen. Die Allianz steht gerne bereit, diesen und weitere Punkte im Zuge des Strategiedialogs Umwelt & Wirtschaft zu diskutieren.

Der Offene Brief an Landeshauptmann Wallner

210531_Offener Brief Allianz für Bodenschutz_Nachdenkpause Landesgrünzone Ludesch Neugut