Bürgerinitiative gegen ein Kraftwerk am Mellenbach

2024-02-26

Die Bürgerinitiative (BI) PRO-Mellental hat sich gegründet und beginnt nun ihre Arbeit. Einer der Schwerpunkte ist die aktuelle Information der Mellauer Bürger*innen über das Projekt Kraftwerk Mellental. Wir begrüßen die Aktivität von einigen engagierten Menschen in Mellau und unterstützen deren wichtige Initiative. Darum wollen wir auch unsere Leser*innen daran teilhaben lassen. Lesen sie die beigefügte erste Information und besuchen sie die Homepage.

==>Bürgerinformation 1 2024-02

==>promellental.at

„Auf unser Flugblatt gab es sehr viele positive Rückmeldungen und nur eine negative. Diese war aber sehr negativ. Kurt Bereuter, der Herausgeber der Wälderzeitung hat einen Artikel bezüglich Mellental, zum 28. März in seiner Zeitung angekündigt.“ berichtet uns Xaver Natter von der BI.

Aus demokratiepolitischer Sicht gefällt uns der letzte Satz des Infoblattes sehr gut:
„Wir wagen es öffentlich aktiv zu werden und freuen uns auf eure Unterstützung.“

Wir wünschen der BI viel Unterstützung, unsere ist ihnen sicher.

Die Bürgerinitiative trifft sich wieder am 7. März im Gasthaus Adler in Mellau.

 

2024-02-25

Für die Zivilgesellschaft sind die Leserbriefe in den VN immer eine gute Plattform für ihre Anliegen. Sie werden von vielen Menschen im Ländle gelesen und ermöglichen auch einen Diskurs über viele interessante Dinge, Meinungen und Projekte. So natürlich auch über die Eingriffe in die Natur, die niocht von allen Bürger*innen gut geheißen werden.

Warum klares „Nein“ zum Kraftwerk im Mellental

Neben anderen zahlreichen Aspekten, die gegen dieses Kraftwerk sprechen, bedenke man, dass hier Lebensraum für Mensch und Tier massiv gestört wird. Bei einer Bauzeit von 3 Jahren (lt. Illwerke-vkw) nicht auszudenken, was das für Mensch und Tier bedeutet. Der Lebensraum größerer Tiere wie Rot- und Rehwild wird massiv gestört, dadurch entsteht wieder erhöhter Wildverbiss. Der Streit zwischen Jägern und Waldbesitzern ist hier vorprogrammiert. Der Lebensraum von Tieren, die am und ums Wasser leben, wird zerstört. Dass jetzt noch eine gute Wasserqualität vorhanden ist, sieht man daran, dass sich Fischreiher, Stockenten, Gänsesäger und Haubentaucher vermehrt am Mellenbach zeigen. Zudem sind noch zahlreiche Kleinlebewesen im Wasser vorhanden. Ebenso halten sich auch Fuchs, Marder, Wiesel und zahlreiche Vögel wie Bachstelze, Gebirgsstelze u. Wasseramsel, um nur einige zu nennen, gerne am Mellenbach auf. Das soll so bleiben. Darum: Ja, zum Naturschutzgebiet – Nein zum Kraftwerk!

Hubert Haller, Mellau

 

2024-02-01

Heute Abend findet in Mellau die Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative zum Schutz des Mellenbaches statt. Mehrere besorgte Bürger aus Mellau setzen sich mit den Auswirkungen des Kraftwerkbaues auf ihre Tourismusgemeinde auseinander. Sie beschäftigen sich im Gegensatz zu illwerke/vkw und der Gemeinde vor allem mit den negativen Auswirkungen auf die Natur. Denn eine ausgewogene Betrachtung muss immer alle Vorteile und Nachteile für die Einwohner der Gemeinde gegenüberstellen. Dabei ist es sicherlich viel schwieriger, Natureingriffe und Nachteile für den Tourismus zu bewerten, als die Vorteile von erzeugter Energie.

Im Vorfeld wurden die Initiatoren von den VN für einen Lockalaugenschein besucht. Dabei hatten sie die Gelegenheit, ihre Anliegen und Sorgen in der Öffentlichkeit zu positionieren. Nun gilt es, alle notwendigen Informationen einzuholen, um das Projekt sachlich zu bewerten um dann die Bürger*innen von Mellau (aber auch ganz Vorarlberg) zu informieren.

Dabei wäre natürlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), in welcher die Fachleute das Kraftwerksprojekt im Naturschutzgebiet Mellental bewertet hätten, sehr hilfreich gewesen. Doch das Amt der Vorarlberger Landesregierung hat mit Bescheid von 16.1.2024 entschieden, dass es keine UVP benötigt. Die Begründung kann im ==>Bescheid nachgelesen werden. Dieser Bescheid gründet auf den alten Einreichplänen, die ja nun von den illwerken/vkw überarbeitet wurden. Nun wird es wohl eine neu Überprüfung für eine mögliche UVP geben müssen.

Wir würden uns viel lieber über die unendlichen Möglichkeiten zur Einsprung von Energie unterhalten. Denn nur diese Einsparungen werden uns zum Ziel 1,5°C führen.

 

2024-01-25

Beim Treffen der „Allianz für den Schutz des Mellenbaches“ im Dezember  wurde unser Netzwerk darüber informiert, dass sich Ende Jänner eine Bürgerinitiative zum Kraftwerk Mellenbach gründen wird. Diese Gründungsveranstaltung findet nun am 1. Februar in Mellau statt.

Inzwischen reagierte die illwerke/vkw auf einige Kritikpunkte aus der Bevölkerung und verlegte das geplante Kraftwerksgebäude weiter taleinwärts, raus aus dem Siedlungsgebiet. Um nun die reduzierte Fallhöhe zu kompensieren, wird nun auch das Ausleitbauwerk weiter taleinwärts verlegt. Dies zeigt, dass die illwerke/vkw auf die Sorgen der Bevölkerung eingeht und offen für wirtschaftlich akzeptable Alternativen zu haben ist. Doch das Thema Restwassermenge und generelle Sinnhaftigkeit von Kleinwasserkraftwerken steht nach wie vor auf der Agenda und wird von der aktuell gerade gründenden Bürgerinitiative noch intensiv diskutiert werden. Als Mitglied des Netzwerkes Lebensraum Mellenbach wollen wir sie dabei bestmöglich unterstützen.

VN-Leserbrief von unserem Obmann Franz Ströhle:

Respektiert eure Grenzen

Der große Widerstand gegen die Kraftwerkspläne im Mellental veranlassen die Illwerke-vkw zu einer Neuplanung des Projektes. (VN- Bericht 23. 1. 2024) In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass der Mellenbach großteils durch das  Naturschutzgebiet fließt. Die Verordnung zum Naturschutzgebiet Hohe Kugel-Hoher Freschen-Mellental ist im Internet abrufbar. Unter anderem steht da: „Im Naturschutzgebiet dürfen keine Veränderungen oder sonstigen Einwirkungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Schutzziele oder die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes zu beeinträchtigen“ Es stellt sich die Frage, wie ein Kraftwerksbau mit dem Verbot der Errichtung von Bauwerken zu vereinbaren ist. Die Gewässer dieses Tales sind ein wesentlicher prägender und dynamischer Teil des Naturschutzgebietes.  Als europäisches Schutzgut kommt im Mellenbach noch die Koppe vor. Weiters stellt sich die Frage, wie diese Bachforellenregion samt dem aquatischen Lebensraum ohne wesentliche Beeinträchtigung durch einen Kraftwerksbau gelingen soll. Es wäre fatal, sollte das Land als Eigentümervertreter der Illwerke-vkw mithelfen, die selbst gesetzten Schutzziele für dieses in seiner Gesamtheit einmalige Gebiet auszuhebeln. Wann endlich wird das große Potential der Energieeinsparung genutzt, statt auch noch die letzten intakten Gewässer zu ruinieren? Was bedeutet die Bezeichnung „Naturschutzgebiet“, wenn die Begehrlichkeiten selbst dort keinen Halt machen?

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

 

2024-01-22

In den heutigen VN wird über die Änderungspläne der illwerke/vkw unter dem Titel „Widerstand gegen Kraftwerkspläne zu groß“ berichtet. Nun soll das ganze Projekt neu überarbeitet werden. Das Projekt hat seit der Präsentation für die Bevölkerung immer mehr Kritiker auf den Plan gerufen. Xaver Natter, Obmann der “Agrargemeinschaft Vorsäßgemeinschaft Wald” ist einer von ihnen und findet immer mehr Mitstreiter für eine zukünftige Bürgerinitiative.  Deren Ziel soll nicht sein, Wünsche für eine Verbesserung des Projekts zu äußern. Sie wollen das Projekt zum Wohl der Natur und der Menschen, die dort Leben, verhindern.

Auch Bürgermeister Tobias Bischofberger gibt in dem Artikel zu bedenken: „Hauptfaktor bleibt aber die Restwassermenge, die im Mellenbach verbleibt. Es darf nicht so sein, dass der Bach dann nur noch ein Rinnsal ist.”

Für Naturschutzanwältin Katharina Lins ist das Kraftwerkaber schon deshalb “grenzwertig”, weil es am Rand des Naturschutzgebiets “Hohe Kugel- Hoher Freschen – Mellental” umgesetzt werden soll.  Da  em Bach dann das Wasser fehlen wird, hätte sie sich schon jetzt ein UVP-Verfahren gewünscht.

==>Artikel in den VN

 

2023-12-11

noch hat der Mellenbach genug Wasser

Kaum ist das geplante Kraftwerk an der oberen Lutz Geschichte (die Illwerke- vkw will diese Pläne nun nicht weiter verfolgen), da taucht auch schon das nächste Projekt auf. Diesmal ist es der Mellenbach, der für ein Kraftwerk von den Illwerken-vkw anvisiert wird. Der Mellenbach fließt durch das idyllische Mellental, das Teil des Naturschutzgebietes Hohe Kugel-Hoher Freschen- Mellental ist. Der Mellenbach ist zwar am Rande, aber großteils innerhalb des Naturschutzgebietes. Europäisches Schutzgut ist die Koppe, die auf eine sehr gute Wasserqualität angewiesen ist. Der Mellenbach ist deshalb auch Rückzugsgebiet für die Bachforelle. Um die Fischdurchgängigkeit zu verbessern, wurden in der Vergangenheit aufwendige Verbesserungen durchgeführt. Damit die Wirtschaftlichkeit eines Kraftwerkes überhaupt gegeben ist, würde als Restwasser auf fast 4 km ein karges Rinnsal übrig bleiben. Dies dürfte auch der Grund sein, weshalb die Restwassermenge in den Plänen bisher nicht genannt wird. Die Verordnung des Naturschutzgebietes verbietet die Errichtung von Bauwerken. Damit, so würde man meinen, ist die Sache aussichtslos. Derzeit formiert sich Widerstand aus der ansässigen Bevölkerung. Die Situation ist vergleichbar mit der oberen Lutz. Der Schaden an diesem weitgehend natürlichen Fließgewässer wäre bei Umsetzung dieser Pläne größer als der Nutzen. Daher ist der AlpenSchutzVerein Teil der „Allianz für den Schutz des Mellenbaches“.

Das nächste Treffen der Allianz findet am 13.12. in Mellau statt. Wir sind dabei.

==>Pressemitteilung des Netzwerks Lebensraum Mellenbach vom 16.10.23 (002)

==>Zusammenfassung der Fakten und Akteure Kraftwerk Mellental