Keine Deponie im Erholungsgebiet Tschengla

2021-03-26

Nicht nur natursensible Menschen im Bezirk Bludenz haben sich gegen die geplante und nun zurückgenommene Deponie organisiert, sondern auch Naturschutzorganisationen und nun auch Peter Bußjäger in einem kritischen Kommentar in den VN, den wir euch nicht vorenthalten möchten:

Tschengla

Das ist ja nochmals gut gegangen. Ein Transportunternehmen hat seinen ursprünglichen Antrag, im einzigartigen Naherholungsgebiet „Tschengla“ in der Nähe von Bludenz eine Grundfläche im Ausmaß von etwa 6000m² als Bauaushubdeponie zu nutzen, nach heftigen Protesten wieder zurückgezogen. Nun sind 6000m² zwar keine allzu große Fläche und es gibt problematischere Projekte als eine Bauaushubdeponie, aber was nun einmal zu viel ist, ist zu viel.

Lieber wäre mir gewesen, die beiden Wohnanlagen für Luxusappartements, mit deren Bau demnächst begonnen wird, würden nicht verwirklicht. Aber das ließ sich offenbar ebenso wenig verhindern wie die überdimensionierte Anlage für Ferienwohnungen rund um die Talstation des Einhornliftes oder die Downhillstrecken vom Loisch. Jedes dieser Vorhaben mag für sich betrachtet noch akzeptabel sein, in ihrer Gesamtheit aber sind sie eine übermäßige Belastung für Natur und Landschaft.

Die Gemeinde verweist darauf, dass, um die Errichtung der neuen Appartements zu ermöglichen, Bauerwartungsflächen in sensiblen Bereichen rückgewidmet wurden. Immerhin. Auch ein Golfplatz war vor noch nicht allzu langer Zeit auf der Tschengla vorgesehen. Ein Vorhaben, das heute zum Glück keine Chance auf Realisierung hätte.

Trotzdem kann es nicht sein, dass die schönsten Gebiete unseres Landes mit seelenlosen Ferienwohnungen verbaut werden. Gerade in Zeiten, in denen die Wertschätzung der Alpenlandschaft steigt, brauchen wir keine Investoren, die ihre persönliche Bonanza abstecken wollen. Eine einigermaßen intakte Landschaft ist eine Ressource, von der wir auch in Zukunft noch profitieren können.

Die Gemeinden verweisen gerne auf die wirtschaftliche Wertschöpfung, die mit derartigen Investitionen verbunden sind. Wertschöpfung kann aber auch dadurch erzielt werden, dass der einheimischen Bevölkerung leistbares Wohnen ermöglicht wird. Das wäre vielleicht eine Alternative zu weitgehend leerstehenden Luxusappartements.

Peter Bußjäger

peter.bussjaeger@vn.at

Peter Bußjäger ist Direktor des ­Instituts für Föderalismus und ­Universitätsprofessor in Innsbruck.

 

2021-03-22
Folgend möchte ich euch den Dank der Initiatorin der openPetition, die wir natürlich gerne unterstützt haben, nicht vorenthalten:

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

dank des überwältigenden Zuspruchs zu dieser Petition mit mehr als 2300 Unterstützungserklärungen in nur 3 Tagen, aber auch durch das gemeinsame Engagement von Naturschutzanwaltschaft, Alpenschutzverein, Naturschutzbund, Naturfreunden und zahlreichen Privatpersonen konnte zu diesem Projekt eine breite Diskussion in die Öffentlichkeit getragen werden.

Erfreulicherweise entschied sich die Bitschi Transporte GmbH infolgedessen dazu, den Antrag zur Genehmigung der Deponie an diesem Standort zurückzuziehen.

Dadurch wurde nicht nur ein einmaliges Landschaftsbild mit schützenswerten Biotopen erhalten, es zeigt auch, dass manchmal erst eine öffentliche Diskussion den Wert solch intakter Naherholungsgebiete für uns alle bewusst macht und nicht ihr Preis allein über ihre Nutzung entscheidet.

Ich danke hiermit nochmals ausdrücklich allen, die sich in irgendeiner Weise für die Wahrung dieses wertvollen Erholungsraumes engagieren konnten!

Eure Birgit im Namen aller Initianten

 

2021-03-20

Fa. Bitschi zieht Antrag zurück

Die weitere Verschandelung des bekannten Wander- und Erholungsgebietes Tschengla in Bürserberg konnte durch engagierte Menschen und Naturschutzorganisatonen verhindert werden.

Was tat der Bürgermeister?
„Wir als Gemeinde haben keine Parteistellung und müssen das Ergebnis so zur Kenntnis nehmen, wie es ausfällt“, sagte Bürgermeister Fridolin Plaickner am Donnerstag bei „Vorarlberg LIVE“.

Was lernen wir daraus?
Wenn die Gemeindepolitik gegen die Interessen der BürgerInnen handelt, müssen wir die Verantwortung für unsere Natur und Umwelt selbst in die Hand nehmen und gemeinsam die Öffentlichkeit mobilisieren. Dies hat bei diesem Projekt wirklich toll funktioniert. Innert 3 Tagen konnten über die Petitionsplattform openPetition 2.300 Unterschriften gesammelt werden. Vielen Dank an die Initiatorin Birgit Werner und an alle Menschen und Organisationen, die diese Petition unterstützt und beworben haben.

Dies war für uns wieder einmal ein anschauliches Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich zu vernetzen und gemeinsame Sache zu machen.

„nid lugg lo !“

 

2021-03-17

Eine Deponie in diesem sehr wertvollen Quellmoor-Biotop und das an diesem Standort befindliche „Toteisloch“ auf der Dunza – mitsamt zugehörigem Flachmoor und umliegenden Findlingen – das als besonders schützenswert ausgewiesen wird, wäre mit einer Vernichtung dieser erdgeschichtlichen Besonderheit gleichzusetzen.

Das Landschaftsbild würde durch Aufschüttungen, Schrankenanlage, Einzäunung und Drainage der Anlage sowie ständig vor Ort vorgehaltener Abfallcontainer, Bagger und Radlader massiv beeinträchtigt. Dies kann doch nicht im Interesse einer Tourismusgemeinde sein.

Gegen eine Genehmigung dieser Deponie spricht auch der Regionalentwicklungsplan (REK). Eine Deponie an diesem Standort würde diesem Plan in allen Punkten diametral entgegenstehen.

„Wir sprechen uns als Naturschutzorganisation in aller Deutlichkeit gegen die Genehmigung des angesuchten Projektes aus. Aus unserer Sicht wäre ein dauerhafter Schutz dieses Gebietes und dessen rechtliche Absicherung von behördlicher Seite dringend geboten“, fordert Franz Ströhle in der Stellungnahme gegenüber der BH Bludenz.

Unterstützt bitte die Petition der Bürserberger und Naturliebhaber der Tschengla mit einer Unterschrift.