Einweg Pfandsystem

VN-Leserbrief 2020-06-05

Es ist schon lange überfällig, dass Bewegung in Richtung Einführung eines Pfandsystems auf Einweggebinde kommt. Dass es wirksamer ist, bei den Ursachen anzusetzen statt die Symptome zu bekämpfen, ist erwiesen. Da könnte schon viel früher angesetzt werden. Wenn es derzeit realpolitisch schon unvermeidlich scheint, Getränke in Plastik oder Alugebinde abzufüllen, ist mir ein Pfandsystem lieber, als diesen Müll von Zuckerwassertrinkern achtlos in die Natur „entsorgen“ zu lassen. Dass die ARA gerne weiter bei der Symptombekämpfung bleiben würde, erklärt sich von selbst. Dass aber Herr Kopf (usm subera Ländle) als Sprecher der Wirtschaftskammer voll auf der Bremse steht, ist beschämend und unverständlich. Müll in der Landschaft ist ja nicht nur eine optische Sauerei. Mit hohem Aufwand und Kosten kann nur ein Teil davon wieder eingesammelt werden. Der Rest kontaminiert Böden und Gewässer und gelangt über die Nahrungskette als Mikropartikel in unseren Organismus. Dass Gesundheit ein sehr hohes Gut ist, sollte gerade in der letzten Zeit deutlich geworden sein. Deshalb wäre es für die Vertreter(innen) von Wirtschaft und Handel ratsam, sich ihrer besonderen Verantwortung, zu stellen.

Franz Ströhle
Obmann Alpenschutzverein für Vorarlberg