Citizen-Projekt „Rosalia alpina in Vorarlberg“

2022-05-15

Der Projektstandort Bezau (und auch die angranzenden Wälder von Andelsbuch) entwickelt sich mit jedem Tag, den wir dort unterwegs sind, zu einem potentiellen Lebensraum für den Alpenbockkäfer. Nach 10 Tagen der Orientierung in den steilen und sonnigen Mischwäldern von Bezau und Andelsbuch haben wir bereits 39 Bäume und Baumteile dokumentiert und dabei 257 Ausbohrlöcher beschriftet, jedoch mehr als 325 Ausborlöcher gesichtet und dokumentiert. Im Vergleich dazu haben wir im Jahr 2021 im Klostertal 82 Bäume und Baumteile dokumentiert und dabei 287 Ausborhlöcher beschriftet, jedoch mehr als 350 Ausborlöcher gesichtet.

Den ersten Käfernachweis konnten wir auch schon dokumentieren. Da der Alpenbockkäfer ja erst ab Juli fliegt, war es ein toter Käfer des Vorjahres unterhalb der Rinde. Aus irgend einem Grund hat der den Durchbruch der starken Rinde nicht geschafft. Dieselbe Situation hatten wir bei 5 toten Käfern auch im Klostertal.

Aufgrund dieser Ergebnisse gehen wir auch in Bezau/Andelsbuch von einem guten Erfolg über die Sommermonate aus.

2022-02-11

Auf Einladung von LR Johannes Rauch konnten ihm Franz Ströhle und Erich Zucalli die Ergebnisse unserer intensiven Arbeit im Klostertal im Sommer 2021 präsentieren. Aus den dokumentierten 65 Käfersichtungen konnten wir 48 Individuen bestimmen. Dies ist für uns ein Hinweis auf eine überlebensfähige Population in den Klostertaler Bergewäldern. Eine weitere Erkenntnis ist das Funktionieren der Lockstämme im Vorsäß von Franz Ströhle. An unzähligen Tagen der Beobachtung konnte er mit 26 Käfersichtungen an den Lockstämmen 12 Individuen bestimmen. Auch die mehr als 350 gesichteten und 287 davon dokumentierten Ausbohrlöcher zeigen uns, dass die Klostertaler Bergwälder ein günstiger Lebensraum zu sein scheint.

Wie geht es nun weiter?

Nach der Schneeschmelze werden wir mit der Suche nach Totholz mit Ausbohrlöchern fortsetzen, damit wir bis zur Flugzeit der Käfer von Juli -September 2022 die einzelnen Lebensräume besser kennen und so viel gezielter nach adulten Käfern fahnden können. Unser Ziel für 2022 ist der Nachweis der größten dokumentierten Population von Rosalia alpina in Österreich. Dies mag ein wenig vermessen klingen, liegt aber im Bereich des Möglichen.

Standort Bezau

An 5 Tagen in den sonnigen Wäldern in Bezau haben wir bereits 18 Bäume mit ca. 200 Ausbohrlöchern gefunden. Davon konnten wir 135 beschriften (die restlichen waren für uns zu hoch). Dieses Ergebnis weckt in uns die Hoffnung, dass wir im Sommer dann auch in Bezau mehrere adulte Käfer vor die Kamera bekommen.

Standort Langen bei Bregenz

Leider wurden wir da noch nicht fündig. Doch wir geben nicht auf und hoffen den Lebensraum der in der Vergangenheit gemeldeten Käfer zu finden und zu dokumentieren. Wir sind für jeden Hinweis dankbar.

=>Franz Ströhle
=>Erich Zucalli

2022-02-02

In unserer Klausurtagung im Frühjahr 2021 stellten wir fest, dass der AlpenSchutzVerein in erster Linie mit den Themen „Müllsammeln in den Alpen“ im Rahmen unseres Programmes „Aktion saubere Alpen“ wahrgenommen wird. In zweiter Linie als Naturschutzorganisation, die sich fast immer gegen irgendwelche Projekte ausspricht. Das ist prinzipiell nicht schlecht. Trotzdem haben wir beschlossen, vermehrt über Aktionen und Projekte öfters mit positiv besetzten Themen in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Auf Vorschlag von Obmann Franz Ströhle starteten wir daher unser Alpenbockprojekt. Mit viel Enthusiasmus stürtzten sich Franz Ströhle und Erich Zucalli in dieses Projekt. Ein Basiswissen erarbeiteten wir uns über recherchen im Internet. Am 30. Juli 2021 starteten wir in den Klostertaler Bergwäldern mit der Suche nach Ausbohrlöchern in den Klostertaler Bergwäldern. Dabei fanden wir genug abgestorbene Buchen und auch Ausbohrlöcher von Alpenbockkäfern. Doch nicht nur Löcher, sondern gleich am ersten Tag konnten wir 4 Käfer fotografieren. Mit soviel Glück haben wir gar nicht gerechnet.

 

Beflügelt durch diesen unerwarteten Erfolg durchsuchten wir viele Tage die Wälder im Klostertal und konnten dabei fast täglich unsere Ergebnisse ausbauen. Bis Ende September 2021 durften wir 69 Sichtungen adulter Käfer von Rosalia alpina dokumentieren. Im Vergleich zu den 10 Meldungen in der Datenbank der Inatura von 2000 – 2020 ein durchschlagender Erfolg.

Über den Winter sind wir nun an der Auswertung der dokumentierten Ergebnisse. Am 7.2.2022 dürfen wir sie dann auf Einladung von LR Rauch in der Naturschutzabteilung im Land präsentieren.

Aufgrund der geringen Schneelage begannen wir die Saison 2022 bereits im Jänner mit der Begehung der sonnseitigen Wälder in Bezau. Auch von dort wurden in den letzten Jahren einzelne Käfersichtungen gemeldet. In den drei Untersuchungstagen im Jänner konnten wir bereits 14 Bäume mit mehr als 120 Ausbohrlöchern dokumentieren. Dies ist ein untrüglicher Beweis, dass wir dann zwischen Juli und September sicher auch adulte Käfer finden werden. Wir freuen uns schon darauf.

Interesse an näheren Informationen? Dann kontaktiere uns.

=>Franz Ströhle
=>Erich Zucalli

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