Wahnsinn Heliskiing

2022-02-17

Der neue Bürgermeister Lucian von Lech ist natürlich auch ein Befürworter von Heliskiing, wie in den VN vom 15.2. zu lesen war. Doch auch seine Argumente hinken der Realität hinterher. Das hat dann unseren Obmann Franz Ströhle zu einem Leserbrief motiviert. Eine der weinigen Möglichkeiten, der Bevölkerung auch die andere Seite der Argumentation zur Kenntnis zu bringen.

Bürgermeister im Interview

Die Argumentation des neu gewählten Bürgermeisters von Lech zur Rechtfertigung von Heliskiing hinkt. Rettungsflüge oder die Versorgung von Alpenvereinshütten mit Heliskiing zu vergleichen, geht daneben. Auch wir vom Alpenschutzverein haben für den Abtransport von gesammeltem Müll im Hochgebirge schon Hubschrauber eingesetzt.

Heliskiing wird ohne Notwendigkeit, nur zum Spaß in sensibelste Gebiete angeboten und durchgeführt. Dass der Herr Bürgermeister das nicht auseinanderhalten kann oder will, spricht nicht für diese Genehmigung. Die Aussage des Bürgermeisters im VN Interview, man stehe mit internationalen Skigebieten in Konkurrenz und müsse so agieren, zeigt, dass Natur und Umweltschutz in seiner Amtszeit wohl kaum eine Rolle spielen werden. Mit Bürgermeister Luzian wurde auch ein vehementer Verfechter für die problematische Verlängerung der Grubenalpbahn, für die gravierende Landschaftseingriffe notwendig geworden wären, gewählt. Das rechtswidrig verkleinerte Naturschutzgebiet Gipslöcher hätte den Weg zum Bau dieser Bahn freimachen sollen. Es ist zu hoffen, dass die nun durch einen Gerichtsbeschluss erfolgte Rücknahme (die Verkleinerung des Naturschutzgebietes) verhindert, dass diese Liftbaupläne durch diesen Bürgermeister wieder aufgenommen werden können.

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

 

2022-02-10

Nach Durchsicht des positiven Bescheides des LH Wallner mussten wir erkennen, dass bei der Interessensabwägung wie fasst immer die wirtschaftlichen Interessen sehr stark berwertet wurden und die Naturschutzinteressen überhaupt nicht eingeflossen sind. Da dies nicht die Ausnahme ist, sondern sich bereits zum Standard entwickelt hat, haben wir uns als AlpenSchutzVerein der Beschwerde des Österreichischen Alpenvereins angeschlossen. Nus soll das Verwaltungsgericht klären, warum wir als anerkannte Naturschutzorganisation keine Parteistellung und kein Beschwerderecht haben. Es soll auch klären, ob die Interessensabwägung fachgerecht durchgeführt wurde und ob die Alpenkonvention eingehalten wurde. In unseren weisungsgebundenen Amtsstuben muss nun endlich dem EU-Recht und den internationalen Verträgen zum Durchbruch verholfen werden.

Lies dir den Bescheid durch und bilde dir ein eigenes Urteil.

=>Bescheid LH Wallner 2022-01-19

 

2022-01-28

Wenn wir schon keine rechtliche Möglichkeit zur Beeinspruchung der unsinnigen Genehmigung für das Heliskiing in Lech haben, dann bleibt uns ja nichts anderes übrig, als diese Widersinnigkeit in der Öffentlichkeit zu platzieren und medialen Druck auf den Landeshauptmann für seine Entscheidung gegen jede Vernunft und fachliche Beratung zu machen. Nicht nur die VN, die Tiroler Tageszeitung, der Standard und der ORF berichten kritisch und teils unverständlich, sondern auch der Nachhaltigkeits-Newsletter des Falter.

Unter der Überschrift „ÄRGERLICH“ kannst du im Nachhaltigkeits-Newsletter vom Falter folgenden gut recherchierten Beitrag lesen:

Wenn die Klimakrise den Tourismusstandort Österreich bedroht, wirkt es umso absurder, dass der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) die =>Heliskiing-Saison weiter verlängert hat. Für alle, die Heliskiing nicht kennen: Das ist der ökologische Wahnsinn, bei dem sich Menschen, die sich’s leisten können, mit dem Hubschrauber auf den Berg fliegen lassen, um dann im Tiefschnee runterzufahren. Der Grüne =>Koalitionspartner zürnt, die =>Vorarlberger Naturschutzorganisationen sind schwer verärgert. Franz Ströhle, Vorstand des Alpenschutzvereins für Vorarlberg, schreibt an die Natur-Newsletter-Redaktion: „Eine Modellregion und Vorbild für Umweltschutz und Nachhaltigkeit will das Land laut Tourismusstrategie 2030 sein? Wie abartig dieser Anspruch ist, zeigt sich daran, dass es in ganz Österreich sonst keine Zulassung für Heliskiing gibt. Schöne Reden und die Praxis klaffen hier weit auseinander.“

Dem wäre ja nichts mehr hinzuzufügen. Doch der Widerstand muss weiter gehen. Jeder Mensch, der diese Informationen liest und unsere Meinung teilt, kann in den nächsten Wochen noch einen Leserbrief an die VN schicken, damit so viele Menschen in Vorarlberg über die Klientelpolitik unseres Landeshauptmannes informiert werden.

2022-01-26

Die Beantwortung des offenen Briefes durch die Naturschutzanwaltschaft und 9 Naturschutzorganisationen ist genau so schwach wie die Begründung des überwiegenden öffentlichen Interesses, die die Genehmigung von Heliskiing in Lech rechtfertigen soll. Doch bilde dir selbst eine Meinung, wenn du das Antwortschreiben gelesen hast.

==>Beantwortung zum offenen Brief vom 18.01.2022

2022-01-25

Wenn es um Klimanotstand, Klimawandel und Biodiversität geht, dann stehen unsere Politiker angeführt vom Landeshauptmann gerne an vorderster Front mit ihren Sonntagsreden. Wenn es dann aber um die mühevolle Umsetzung der bis dahin leeren Worthülsen geht, dann vergessen sie gerne das den Menschen versprochene und orientieren sich meist an den Wünschen der Wirtschaft. Ob unser Landeshauptmann die Gefahr einer solchen Politik kennt? Wie will er erreichen, dass sich alle möglichst freiwillig auf eine Umstellung unserer Art zu leben einstellen, wenn schon wieder für einige wenige Bevorzugte eine Ausnahme gemacht wird? Alle jene, die sich als Vorbild schön langsam vom bequemen Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegen, müssen sich ja wie hinters Licht geführte Idioten vorkommen, wenn den Uneinsichtigen jede noch so idiotische Klimasünde von höchster Ebene genehmigt wird. Damit verliert Markus Wallner seine Glaubwürdigkeit und über kurz oder lang auch seinen Anspruch, dieses Land in eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu führen.

2022-01-21

Der Landeshauptmann Wallner hat die Erlaubnis zu Heliskiing in Lech Kraft seiner Kompetenz genehmigt. Er trägst somit auch die Verantwortung, dass in Vorarlberg als einzigem Land in Österreich diese unsinnige Art des Skilaufs schon wieder genehmigt wurde. Es gibt aus heutiger Sicht auch keine rechtliche Möglichkeit dagegen vorzugehen. In einer Demokratie ein Hauch von Feudalherrschaft.

2022-01-19

Schon wieder liegt ein Antrag für eine fünfjährige Verlängerung für Heliskiing bei der Landesregierung. Es kann doch nicht sein, dass Vorarlberg als einziges Bundesland diese Extravaganz für einige wenige Reiche genehmigt, während der Normalbürger sich für den Klimaschutz einschränken soll. Das ist für jeden normaldenkenden Menschen absolut nicht mehr nachvollziehbar.

Oder gelten für die Reichen und Mächtigen andere regeln?

Darum haben 10 Naturschutzorganisationen einen Brief an den Landeshauptmann Wallner geschrieben. Damit auch die Bevölkerung von unseren Aktivitäten in Kenntnis gesetzt wird, hat unser Vorsitzende Franz Ströhle angeregt, diesen Brief als öffentlichen Brief auszusenden. Sofort haben die VN reagiert und heute einen Artikel veröffentlicht. Damit ist eine öffentliche Diskussion eröffnet. Wir ermutigen alle Menschen, welche dieses Ansinnen entgegen den Klimaschutzbeteuerungen der Landesregierung für kontraproduktiv halten, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen eine Genehmigung auszusprechen.

=> offener Brief an LH der NSO_heliskiing2022