Aufruf an die Funkenzünfte

 

Was kann in die Zukunft tragen?

„Wer heute nicht an morgen denkt, ist spätestens übermorgen nur noch von gestern! „

Sehr geehrter Herr Stocklasa, hallo zusammen!

Wir wenden uns mit diesem Schreiben heute vertrauensvoll an euch, weil wir annehmen, dass ihr vernünftigen Argumenten zugänglich seid. Die Schadstoffkonzentration in der Luft ist an Silvester und am Funkenwochenende die höchste im Jahr und das ist kein Naturgesetz. Wie immer man zum Klimawandel stehen mag, diese Belastung ist eindeutig menschengemacht. Vorausschicken möchten wir, dass wir nicht gegen eine vernünftige Funkentradition sind. Tradition in einem gut verstandenen Sinn ist aber kein Selbstzweck. Wir selbst entscheiden durch das,  was wir tun und pflegen, durch das, was wir meiden oder leben, durch unser eigenes überzeugendes Beispiel, was für die, die nach uns kommen, erhaltenswert ist. Wir glauben auch, dass das, was  unser Anliegen ist, ganz in eurem Sinn ist oder zumindest sein sollte.
Schon jetzt verzichten viele Funkenzünfte ganz bewusst auf Pyrotechnik, weil es erstens mit dem Brauchtum nichts zu tun hat und weil es einfach aus Umweltgründen nicht mehr zeitgemäß ist.  Wenn ihr jetzt schon diese Einstellung habt, kann man euch nur gratulieren! Wenn nicht, so erlauben wir uns, euch an die vielen guten Gründe zu erinnern, die diesen Verzicht nahelegen.  Aufgrund der vielfältigen und komplexen Problematik würde die Aufzählung den Rahmen dieses Schreibens sprengen. Wir verweisen deshalb auf die von der Bürgerinitiative Stille Nacht  gesammelten Argumente, die unter dem Link:http://>www.bi-stillenacht.net< abrufbar sind.
Ein weiteres Anliegen an euch ist, dem Wettbewerb des immer höher und größer bewusst mit der Entscheidung zu Qualität Einhalt zu gebieten, denn mit der Größe nimmt auch die  Schadstoffbelastung zu. Das Imponiergehabe wer den „Größten“ hat, sollte überholt sein.
Wenn ihr dann auch noch darüber nachdenkt, ob es noch zeitgemäß und ethisch vertretbar ist, eine Hexe auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen und den richtigen Schluss daraus zieht, möchten wir euch die Ehre zuteil werden lassen und euch vor den Vorhang bitten.
Die geeignete Form möchten wir gemeinsam mit politisch Verantwortlichen, den Medien und NGO´s noch finden.
Wir sind überzeugt, dass jenen Menschen, die sich jetzt aus genannten Gründen

abgestoßen fühlen, am Funkenabbrennen teizunehmen, durch eine natur-, gesundheits- und sozialverträgliche Funkentradition wieder eine Teilnahme ermöglicht wird.
Ein aktives Einbinden der Besucher, wie es teilweise schon jetzt mit Fackelschwingen, Scheibenschlagen, Lifemusik usw. erfolgreich praktiziert wird, statt einer rein passiven Teilnahme, würde helfen, die Funkentradition lebendig zu halten.
Wenn der Konkurrenzgedanke wegfällt, indem alle Funkenzünfte auf ein zusätzliches Feuerwerk verzichten, könnten alle davon profitieren.

Vorarlberger Alpenschutzverein und die Bürgerinitiative Stille Nacht, unterstütz von:

Österreichische Ärztekammer
Österreichische Tierärztekammer
Bird Life Österreich
Naturschutzbund
Naturfreunde Vorarlberg
Österreichischer Alpenschutzverband
Landwirtschaftskammer Vorarlberg
Vorarlberger Jägerschaft
Vorarlberger Tierombudsfrau Karin Keckeis