3. ASV-Exkursion zur Neuburgalpe und Rindbergrutschung

2020-09-19
Bei schönstem Wanderwetter trafen sich 7 Teilnehmer*innen bei der Waldrast und meisterten den anfänglichen Anstieg auf das Renkknie (1411 m). Die tolle 360° Rundumsicht nutzte Erich Zucalli, um den Teilnehmenden den geologischen Aufbau Vorarlbergs näher zu bringen. Auch wenn die Sicht nicht ganz optimal war, konnten wir die geologischen Einheiten von den nördlichen Kalkalpen über die Flyschzone, das Helvetikum bis zur Molasse sehen.

Endpunkt der Forststraße mit gut sichtbaren Entwässerungsgräben im VOGIS
Die Exkursionsteilnehmenden vor Felbers schiefen Haus

Ab der Alpe Neuburg übernahm dann unser Obman Franz Ströhle und erläuterte die Situation des neuen Güterweges durch die Feuchtwiesen und Moore des Gebietes. Dabei legte er den Schwerpunkt auf die Auswirkungen dieser Straße auf den Wasserhaushalt des Gebietes. Der Kernpunkt seiner Ausführungen waren aber die nicht genehmigten Entwässerungsgräben, mit denen, wie in den vergangenen Jahrzehnten, weiterhin geschützte Moorlandschaften für die Weidewirtschaft ausgetrocknet werden. Dass dabei wertvolle Nasswiesen und Moore als CO2 Speicher verloren gehen und durch Umwandlung von Torf in Humus zu CO2 Emittenten werden, war ein wichtiger Inhalt seiner Ausführungen. Es stellte sich auch die Frage, ob der monetäre Vorteil für die Milchwirtschaft die hohen Kosten und Förderungen für die Errichtung dieser Straße rechtfertigt, wenn man die negativen Auswirkungen für die Gesellschaft mit berücksichtigt. Das Resümee von Franz Ströhle: „Wenn die Landesregierung den propagierten Schutz für unsere wertvollen Moore ernst nimmt, dann dürfen solche zerstörenden Projekte nicht mehr genehmigt und gefördert werden!“ Das nachträgliche Bewilligungsansuchen dieser Entwässerungsgräben werden wir kritisch beobachten.

Anschließend konnten wir uns die Rindbergrutschung näher ansehen, die sich vor allem 1999 durch starke Regenfälle und Schneeschmelze zur Katastrophe ausweitete. Die gewaltige Anrissstelle unterhalb des Feuerstätter-Kopfes (1645 m) und die gut sichtbaren Geländebewegungen bis zur Wildries-Alpe beeindruckten sehr. Beim Abstieg konnten wir immer wieder die Auswirkungen dieser gewaltigen Rutschung sehen, die mit Felbers schiefem Haus (siehe Bild) den Höhepunkt fand. Nähere Informationen und vor allem einen interessanten Zeitraffer-Film des Ereignisses finden sie unter folgendem Link: http://www.bewegtenatur.at/georunde/

 

Am Samstag, 19. September, treffen wir uns um 9:24 (Ankunft Landbus) bei der Waldrast (Sibratsgfäll) und wandern gemütlich über das Renkknie mit wunderbarer Rundumsicht zur Neuburgalpe. Dort zeigt uns der Vorsitzende Franz Ströhle die ohne Bewilligung gezogenen Entwässerungsgräben im Zuge der Errichtung eines Güterweges im Moorgebiet. Wir erfahren dann näheres über die unhaltbare Situation der unerlaubten Aktion und der Reaktion der Behörden. Danach wechseln wir hinüber zur Rindbergrutschung unterhalb des Feuerstätter-Kopfes. Erich Zucalli wird uns dann einen kurzen Einblick in dieses Naturereignis geben. Zürück in Sibratsgfäll fahren wir dann nach einer Einkehr um 15:28 mit dem Landbus zur Waldrast.

Die Streckenlänge beträgt 10 km, der Aufstieg 500 Hm, der Abstieg 600 Hm, Dauer mit Erklärungen und Pausen gemütliche 6 Stunden.

Bitte um Anmeldung unter erich.zucalli@aon.at, damit wir, wenn nötig, Fahrgemeinschaften bilden können.